GLASPERLENSCHMUCK von KATHARINA EDER
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geboren am 31.1.1964, lebt und arbeitet in Mödling bei Wien inmitten einer großen Sammlung alter und neuer Glasperlen.
  • MATERIAL
    Ich arbeite fast ausschließlich mit Glasperlen der Jahrhundertwende, die seit dem Biedermeier in Gablonz hergestellt wurden und im Handel kaum mehr zu erhalten sind. Meine Quellen sind daher Perlenreste und Textilstücke einiger Mütter, Tanten und Großmütter meiner Kunden, mit viel Glück finde ich immer wieder alte Perlen auf Flohmärkten in Österreich und im Ausland. Mein Fundus hat sich durch jahrelanges Sammeln, Betteln und Feilschen um Perlen stetig erweitert. Ich arbeite mit Perlen verschiedener Größen und Formen, die durch ihre Herstellungsweise sehr dünnwandig und unregelmäßig sind. Die Farbtöne alter Perlen sind viel dezenter und vielfältiger, als die neuerdings in Gablonz / Tschechien hergestellten. Ich verwende sehr häufig transparente Glasperlen, damit ich in der Verarbeitung ganz entscheidend die textile Struktur meiner Arbeiten durch die Perlen und besonders auch durch den Faden hervorheben kann. Dadurch ergeben sich präzise Farbabstufungen und Schattierungen.
  • VERARBEITUNGSTECHNIKEN
    Da Arbeit mit Glasperlen in Österreich selten gelehrt wird, habe ich mir mein Wissen über Perlen und deren Verarbeitungstechniken „erlesen“ und mühsam erlernt. Es erfordert sehr viel Geduld und letzten Endes Knochenarbeit, um sich mit hauchdünnen Nadeln, ausfransenden Fäden und brüchigen, scharfkantigen Perlen zu mühen. Nach sorgfältigem Studium der Literatur und Beschäftigung mit der Verarbeitungsweise von Glasperlen habe ich mich hauptsächlich für zwei Techniken entschieden: Arbeit mit Nadel und Faden- ich verwende einen Webstich- square stitch und nähe die Perlen über ein Holzmodel. Sie sind so durch den Webstich von unten, der Mitte und von oben aneinander gefügt. Ich verwende diese Technik sehr gerne, da ich immer schon von Mustern fasziniert war und diese so am besten umsetzen kann. Peyote stitch und brick stitch sind Techniken, die ich immer wieder ausprobiere, der schräg liegenden Muster wegen aber nicht so gerne verwende. Arbeit mit der Häkelnadel- die Perlen werden im textilen Verbund zu Schläuchen verhäkelt. Diese Schläuche schlinge und knote ich ineinander oder lasse sie ganz einfach durch ihre Struktur wirken. Da ich immer wieder mit transparenten alten Perlen arbeite, ergeben sich neue Ansätze, die mit dem Arbeitsfaden erzielt werden können. So lasse ich sehr bewusst den Faden, der eigentlich „versteckt“ werden sollte, hervorscheinen, um damit eigene Wirkungen zu erzielen. Ein wesentliches Element meiner Arbeiten sind die 100 Jahre alten Glasperlen, die in ihrer unvergleichlichen Form und Farbgebung den besonderen Reiz meiner Schmuckstücke ausmachen.
  • IDEEN
    Farbe, Form und das Spiel damit faszinieren mich und regen mich zu immer neuen Entwürfen an. Schmuckstücke müssen wandelbar sein und eine reizvolle, witzige Idee in sich bergen. Man muss meine Ketten verlängern oder verändern können, um mit den Werkstücken spielen zu können. Aus einer Kette wird eine Brosche, aus einem Ring ein Kettenteil, das man auch als Ohrring nutzen kann. Ich bemühe mich dem Material gerecht zu werden, deshalb entwickle ich immer wieder Lösungen für Schmuckstücke, bei denen z. B. die Verschlüsse aus dem verarbeiteten Material selbst bestehen, um größtmögliche Einheit wahren zu können. Die Zusammenarbeit mit „fremden“ Materialien wie Holz, Filz oder Stoff regen mich jedes Jahr zu neuen Kleinserien an. Die Zufriedenheit meiner Kunden mit meinen Werkstücken und die Freude an meinen ausgefallenen Ideen bestätigen das Interesse an meinem Schmuck.